IT-Fachkräfte dringend gesucht

IT-Fachkräfte dringend gesucht
veröffentlicht
21 Februar 2016
Polnische IT-Spezialisten können sich nicht über einen Mangel an Arbeit beklagen. Allein im Dezember wurden laut einer Analyse des polnischen Karrierenetzwerks Goldenline über 5.500 Stellenangebote von IT-Arbeitgebern auf den größten Personalvermittlungsportalen veröffentlicht. Die weltweiten Prognosen für die kommenden Jahre scheinen ebenso optimistisch zu sein. Nach Angaben der Europäischen Kommission wird der IT-Sektor in Europa bis 2016 voraussichtlich 700.000 neue Arbeitsplätze schaffen.

Doch es gibt immer zwei Seiten einer Medaille: Was für die einen berufliche Perspektiven bedeutet, ist für die anderen eine echte Herausforderung. Die Rede ist hier von Personalvermittlern.

Der schnell wachsende IT-Sektor schafft neue Arbeitsplätze, die immer schwerer mit qualifizierten Arbeitskräften zu besetzen sind.

Die besten, das heißt die hochspezialisierten und vielseitigen Fachkräfte, finden sofort Arbeit, immer öfter auch im Ausland“, sagt Remigiusz Efinowicz, Vorstandsmitglied bei Hicron. „Deshalb lohnt es sich, nach Rohdiamanten zu suchen, also nach Talenten ohne Berufserfahrung. Menschen, die am Anfang ihrer beruflichen Laufbahn stehen, sind leichter zu formen und zu schulen. Deshalb legen wir bei Hicron großen Wert auf das Praktikums- und Azubiprogramm, das zwar schwer zu erlangen ist, dem aber in den meisten Fällen ein Arbeitsvertrag folgt. Das Stellenangebot selbst hebt sich auf dem Markt ab, da es die Beteiligung an der Entwicklung von IT-Systemen sehr großer Unternehmen in Westeuropa vorsieht: unter anderem für die MAN-Gruppe oder Volvo, fügt er hinzu. Derzeit beschäftigt das Unternehmen 230 Mitarbeiter, von denen im vergangenen Jahr mehr als 50 neu hinzugekommen sind.

Unternehmen ziehen die besten Studenten und Absolventen vor allem durch eine Zusammenarbeit mit Universitäten an. Mit Blick auf den Nachwuchs bereiten sie ein umfassendes System von Praktika vor oder veranstalten Wettbewerbe, um junge Talente anzuziehen. Die meisten dieser Programme in IT-Unternehmen werden bezahlt, was eine zusätzliche Motivation für die Arbeit darstellt.

Studenten, Absolventen und erfahrene Mitarbeiter

Während es noch einfach ist, Studenten oder Hochschulabsolventen mit Vorteilen wie einem bezahlten Praktikum, der Möglichkeit einer weiteren Zusammenarbeit oder dem Ruf des Unternehmens zur Mitarbeit zu bewegen, gestaltet sich dies bei erfahrenen Mitarbeitern schon schwieriger. In IT-Unternehmen sind das Vergütungssystem, die Sozialleistungen oder die medizinische Versorgung auf einem ähnlich hohen Niveau, so dass IT-Beschäftigte diese Faktoren als selbstverständlich ansehen und immer mehr Wert auf die Möglichkeit legen, auch ihre Leidenschaften oder beruflichen Ambitionen zu verwirklichen. Wie versuchen die Arbeitgeber, diesen Erwartungen gerecht zu werden?

Gute Vorbilder sind die Gewinner des Rankings „Beste Arbeitsplätze in Polen 2012“. Ausgezeichnet wurden dabei Unternehmen, die versuchen, die Erwartungen, Talente und Ambitionen jedes einzelnen Mitarbeiters herauszufinden, um sie für die Arbeit bei den zukünftigen Bedürfnissen der Organisation zu nutzen. Dies kann etwa durch die Durchführung von Schulungen erreicht werden. Eine solche Initiative ist für beide Seiten von Vorteil. Die Teilnehmer können beispielsweise an der Entwicklung ihrer Soft Skills arbeiten, darunter Zeitmanagement, Stressbewältigung und zwischenmenschliche Kommunikation, aber auch an weniger gängigen Kompetenzen wie einem Pilotenprogramm oder Yoga. Diese Art der Weiterbildung ergänzt die klassischen Ausbildungsmethoden, die sich ebenfalls gewandelt haben.

Die kontinuierliche Entwicklung ist am wichtigsten

Immer häufiger werden traditionelle Formen der Weiterbildung durch Maßnahmen ersetzt, die die Teilnehmer aktivieren. In unserem Fall hat sich die Formel „Schulung 42“ mit der Idee des Wissensaustauschs zwischen den Mitarbeitern bewährt. In einer kurzen Sitzung von 42 Minuten Dauer werden die Mitarbeiter mit den Besonderheiten einer zu entwickelnden IT-Lösung vertraut gemacht. Auf diese Weise wurde ein natürlicher Raum geschaffen, in dem jeder, vom Programmierer bis zum Berater oder Koordinator eines bestimmten Projekts, die Möglichkeit hat, seine Kompetenzen zu erweitern oder einen neuen Weg der Entwicklung für sich zu finden.
Ireneusz Czapski
Ireneusz Czapski
Vorstandsmitglied und Initiator von Schulung 42 bei Hicron

Viele Unternehmen schaffen auch individuelle Programme für die Mitarbeiter mit dem größten Entwicklungspotential. Ein solches Weiterbildungsprogramm bietet bezuschusste Sprachkurse, Postgraduierten- und MBA-Studiengänge, Auslandsschulungen und ‑austausche, die von verschiedenen Niederlassungen des Unternehmens weltweit organisiert werden, sowie die Möglichkeit, eine Karriere auf internationaler Ebene zu verwirklichen.

Personalpolitik

Die Personalpolitik der auf dem polnischen Markt tätigen IT-Unternehmen hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Bei den Arbeitgebern ist das Phänomen der Karriereplanung angekommen, also die Festlegung des Weges und der Richtung der Beförderung eines Mitarbeiters und der Kriterien, die seine zukünftige Position bestimmen. In unserer Firma wird niemand für 5 Jahre auf einer Juniorposition eingestellt. Die Betreuung durch einen Mentor ermöglicht es, den Arbeitnehmer schrittweise an die volle Unabhängigkeit heranzuführen. Unsere Mitarbeiter müssen sich dabei nicht auf einen Bereich beschränken, sondern haben die Möglichkeit, in eine andere Abteilung zu wechseln und sich in einem anderen Bereich auszuprobieren, was ihre Kompetenzen zusätzlich erhöht. Wir helfen ihnen dabei unter anderem durch die Initiative Hicron Competency Checklist (HCCL), die dazu dient, die Grundkenntnisse und IT-Kompetenzen der jüngsten Mitarbeiter zu bewerten. Die Grundidee von HCCL besteht darin, Nachwuchsberater selbst auszubilden. Unter der Aufsicht von Mentoren erledigen Junior Consultants einen streng definierten Aufgabenkatalog. Die Auswahl der Aufgaben ist nicht zufällig - es handelt sich um typische Probleme, mit denen sich erfahrene Fachleute tagtäglich bei Projekten konfrontiert sehen. Am Ende legen sie eine Prüfung ab, deren Ergebnisse dazu beitragen, den besten Entwicklungsweg für die jungen Mitarbeiter zu bestimmen.
Remigiusz Efinowicz
Remigiusz Efinowicz

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