Trends in der IT-Branche 2020 – worauf sollte man sein Unternehmen im neuen Jahr vorbereiten?

Trends in der IT-Branche 2020 – worauf sollte man sein Unternehmen im neuen Jahr vorbereiten?
veröffentlicht
20 Januar 2020
Steht uns eine technologische Revolution bevor? Und sind wir bereit für die neuen Trends?

Werden Künstliche Intelligenz, Maschinelles Lernen und Cloud-Lösungen in einem modernen Unternehmen zum Standard? Erfahren Sie die Meinung der Experten dazu!

Mit dem Unternehmen in der Cloud

Marcin Połulich, Manager Digital Software Services bei Hicron

Cloud-Lösungen bieten eine Reihe von Vorteilen, wie etwa Flexibilität und Mobilität, die durch den Zugriff auf die Cloud von jedem Ort der Erde aus ermöglicht wird, und zwar mit einer zunehmenden Sicherheit. Darüber hinaus sind Cloud-Produkte redundant, wenn das Unternehmen oder die Nutzer also aus den Vereinigten Staaten kommen, kann die globale Cloud auf Redundanzbasis Daten auf amerikanische Server übertragen. Durch diese Möglichkeiten wird die Zugriffszeit auf die Daten reduziert.

Es gibt bei Cloud-Lösungen noch einige Bereiche, die entwickelt und verbessert werden sollten. Auch die Produkte des Maschinellen Lernens lassen noch viel zu wünschen übrig. Mit der Cloud verbunden ist auch der Anwendungsbereich des Deep Learnings, also die neuronalen Netze und ihr mehrschichtiges Lernen. Auch die Datenwissenschaft wächst rasant – immer mehr Unternehmen erkennen, dass sie mittels verschiedener Werkzeuge schon jetzt über eine Vielzahl an Benutzerdaten verfügen und wissen sollten, wie sie diese nutzen und beispielsweise darauf aufbauend spezifische Lösungen erstellen können.

All diese Mechanismen können zu Lösungen führen, die wir bisher nur in futuristischen Filmen bewundern konnten. Stellen Sie sich zum Beispiel ein Auto vor, das den Besitzer zunächst ins Büro bringt, sich dann selbständig einen Parkplatz sucht und automatisch auf einen freien Stellplatz fährt. Das Auto erlernt das Verhalten des Besitzers, die Beschaffenheit der Parkplätze, die optimalen Straßen, lädt Karten herunter und prognostiziert das Verkehrsaufkommen. Es handelt sich dabei um Lösungen, die manchmal eine sehr abstrakte Ebene berühren, aber die Wahrheit ist doch, dass wir keine Ahnung haben, woran Google, Microsoft, Amazon oder Uber derzeit arbeiten. Vielleicht wird uns das Jahr 2020 mehr überraschen, als wir vorhersagen können?

Die Konvertierung steht kurz bevor

Kinga Moska, Service Delivery Executive, Senior Business Intelligence Consultant bei Hicron

Der Trend bei der Entwicklung von Cloud-Lösungen hält seit einigen Jahren an und wird weiter wachsen. Damit verbunden ist die Nachfrage nach einer sicheren Speicherung von immer mehr Daten. Auch das Vertrauen der Unternehmen in solche Lösungen wächst – immer mehr Unternehmen entscheiden sich für die Speicherung ihrer Daten in der Cloud. Bis vor kurzem bremste noch die Furcht vor Datenlecks die Nutzung von Clouds aus, aber derzeit kann ich keine ähnliche Furcht bei den Kunden mehr feststellen, insbesondere wenn wir hybride Lösungen einsetzen können. Die Cloud ist zu einem Bereich geworden, in dem sich auch SAP-Produkte entwickeln.

Bei der schwindelerregenden Menge an Daten, die wir produzieren, und der riesigen Menge an historischen Daten, die von Unternehmen im Laufe der Zeit gesammelt worden sind, ist es notwendig, verschiedene Arten von Algorithmen zu nutzen, die eine Gesamtanalyse unterstützen. Möglich macht dies SAP Analytics Cloud, die Elemente von Künstlicher Intelligenz und Maschinellem Lernen kombiniert. Mit Hilfe des Maschinellen Lernens können wir verschiedene Muster und Diagramme auf der Grundlage historischer Daten erkennen und dann spezifische Verbesserungs- und Optimierungsmaßnahmen einleiten. Ich glaube, dass sich in dieser Richtung sicherlich etwas entwickeln wird.

Der zweite Trend des Jahres 2020 ist die Umstellung der Unternehmen auf S/4HANA. Das ist bei unseren westlichen Nachbarn schon recht häufig der Fall, und wie die Erfahrung lehrt, können wir bei technologischen Veränderungen in Deutschland mit hoher Wahrscheinlichkeit sagen, dass sie uns bald auch in Polen erreichen werden.

Trampelpfade der Innovation

Filip Stankowski, Automotive Solution Architect, Senior Technology Consultant bei Hicron

Meine Vision für die nahe Zukunft ist eine pragmatische. Lösungen der weitläufig verstandenen Künstlichen Intelligenz müssen mit vielen leicht zugänglichen Daten gefüttert werden, um effektiv arbeiten zu können. Die Menge an Informationen über den Grundprozess des Unternehmens und alle unterstützenden Prozesse, die in den SAP ERP-Lösungen verfügbar sind, ist enorm. Die Herausforderungen der früheren Versionen des Systems waren jedoch Effizienz und Skalierbarkeit, was die Entwicklung von Strategien der Künstlichen Intelligenz oder des Maschinellen Lernens verlangsamte. Der Zugriff auf die Daten war unbequem, zeitaufwendig und verbrauchte Ressourcen, die für den laufenden Betrieb des Unternehmens benötigt wurden. S/4HANA überwindet diese technologische Barriere. Sobald der Kunde den Umstellungsprozess auf eine neue Version des Systems durchlaufen hat, wird theoretisch nichts mehr verhindern können, dass KI-Produkte auch die SAP-Welt dominieren.

Man sollte nicht vergessen, dass auf der „Roadmap der SAP-Produkte“ die Kunden die Trampelpfade beschreiten. Produkte, die nicht auf ein ausreichend hohes Interesse stoßen, geraten schnell in Vergessenheit. Es ist sehr wahrscheinlich, dass sich SAP Leonardo, das bis vor etwa einem Dutzend Monaten noch die Hoffnung auf intelligente Technologien war, auf einem solchen „überwachsenen“ Weg befindet. Laut SAP wollen Kunden heute für diejenigen Aufgaben, die sie früher mit einem Data Warehouse erledigt haben, Künstliche Intelligenz einsetzen. Sie wollen das gleiche Ziel schneller, billiger, komfortabler und mit einem größeren Datenbestand erreichen. Wahrscheinlich ist dies der Grund, warum SAP jetzt auf ein Werkzeug setzt, das die KI-Technologie zur schnellen und effektiven Datenanalyse nutzt, nämlich die SAP Analytics Cloud. Wird dieser Weg der Entwicklung von SAP-Tools im Jahr 2020 von den Kunden oft genug genutzt werden oder wird er eher das Schicksal von SAP Leonardo teilen? Das werden wir bald herausfinden.

Änderungen, die von innen heraus vorgenommen werden

Michał Sarna, SAP Support Manager bei Hicron

Ein Trend, der sich in der Wirtschaftswelt immer wieder zeigt, ist das Streben von Unternehmen nach immer besseren Ergebnissen. Nur die Werkzeuge, mit denen sie erreicht werden können, ändern sich. Es gibt viele modische und interessante Phänomene in der Branche, wie zum Beispiel Künstliche Intelligenz oder Maschinelles Lernen, aber es ist sehr wichtig, sich auf die Innovation und den Wettlauf gegen die Konkurrenz zu konzentrieren, dies also nicht zu vergessen und zu vernachlässigen, sondern sich auf das zu konzentrieren, was innerhalb des eigenen Unternehmens geschieht.

Der Schlüssel zum Change Management ist das geplante Angehen der Veränderungen und die Einbeziehung der Mitarbeiter in den Veränderungsprozess, und zwar durch eine entsprechende Kommunikation und die vorausschauende Berücksichtigung von Fakten. Dank dieses Ansatzes wird sich Ihr Team nicht mehr von einem Tag auf den anderen ändern müssen, die Mitarbeiter werden das neue System nicht erst am Tag seiner Einführung im Unternehmen kennenlernen und sie werden auch nicht von den Informationen über die Änderung auf der Position Ihres Vorgesetzten überrascht sein. Das Veränderungsmanagement bereitet Sie auf jeden ernsthaften, anstehenden Wechsel vor und Sie gewinnen dadurch Ruhe und Sicherheit.

Die dynamische Entwicklung der Unternehmen beeinflusst ihre externen und internen Abläufe. Die üblichen Verhaltensmodelle, die bei einem Unternehmen von 10 Personen fantastisch funktioniert haben, beginnen bei einigen Dutzend zu scheitern. Und was bringt die Einführung neuer Regeln mit sich? Anfangs sicher Unzufriedenheit, Verdrängung und Ängste. Zudem werden zu viele Veränderungen zur gleichen Zeit eingeführt, wodurch sich die Prozesse überschneiden und wodurch letzten Endes die Zufriedenheit, das Engagement und die Effektivität der Mitarbeiter sinken. Wenn wir uns auf die Erfüllung der technischen Anforderungen konzentrieren, dürfen wir nicht die Zeit vergessen, die unsere Leute benötigen. Wir sollten technologische Veränderungen nicht losgelöst von den Mitarbeitern durchführen.

Eine sachgerechte, ehrliche und transparente Kommunikation ist eines der Basisinstrumente des Change Managements. Dank ihr werden Veränderungen besser akzeptiert und die Arbeit wird effizienter. Wenn ich also die Frage nach den wichtigsten Geschäftsentwicklungen im Jahr 2020 beantworte, so tippe ich auf das Veränderungsmanagement. Nur wer auf Änderungen vorbereitet ist, kann von den technologischen Möglichkeiten in großem Umfang und in vollem Umfang profitieren.

DER TEXT IST ERSTMALIG IN DER FEIERTAGSAUSGABE DER POLNISCHEN TAGESZEITUNG GAZETA PRAWNA ERSCHIENEN / DEZEMBER 2019 /

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