Wohltätigkeit – schwere Pflicht oder großes Vergnügen?

Wohltätigkeit – schwere Pflicht oder großes Vergnügen?
veröffentlicht
15 Januar 2018
geschrieben von
Hanna Bielerzewska
Der Jahreswechsel ist immer in hohem Maße mit diversen Wohltätigkeitsaktionen verbunden. Szlachetna Paczka („Großherziges Paket“), WOŚP („Großes Orchester der Weihnachtshilfe“), einzelne Sammelaktionen, Überweisung von 1% der Steuer. Man muss zugeben, dass die Gesellschaft schon zu dem Konzept, mit anderen zu teilen, herangereift ist. Ständig hören wir von spektakulären Aktionen, die individuell durch verschiedene Stiftungen oder Crowdfunding-Plattformen organisiert werden.

Auch immer mehr Unternehmen engagieren sich für diverse soziale Initiativen und nehmen im Laufe eines Jahres an einer Reihe wirklich interessanter Events teil.

Wie sorgt man dafür, dass sich die Mitarbeiter nicht zum Helfen verpflichtet fühlen?

Eine der Grundregeln ist, dass die Teilnahme an Wohltätigkeitsaktionen auf einem reellen Engagement der Mitarbeiter beruht. Dies kann man auf verschiedenen Wegen erreichen. „Erstens sollte man ein Anliegen wählen, dass dem Team am Herzen liegt: Umweltschutz, Kinder, Tiere, Randgruppen… Zielgruppen gibt es viele – auf dieser Grundlage kann man den Mitarbeitern Aktionen vorschlagen, mit denen sie sich emotional verbunden fühlen. Wenn das Budget und die Möglichkeiten es erlauben, kann man die Wohltätigkeitsaktionen diversifizieren und z. B. jedes Vierteljahr eine Aktion für einen anderen Zweck organisieren. Im letzten Jahr haben wir mit Erfolg eine Büchersammlung veranstaltet, Bäume gepflanzt, zweimal Hilfspakete gepackt und in einem Fußballwohltätigkeitsturnier mitgespielt. Je mehr gelungene Aktionen, desto größer die Bereitschaft des Teams. Es ist jedoch wichtig, nicht zu übertreiben. Wir können nicht allen helfen und die Mitarbeiter werden sich zwangsläufig gegen weitere Aktionen „abhärten“, wenn diese zu häufig sind“, kommentiert Joanna Sieradzka, PR Manager bei Hicron und Leiterin der Employer Branding-Maßnahmen. Manchmal entstehen die Ideen in den Köpfen der Mitarbeiter selbst, ohne irgendeinen Anstoß – das ist ein wahrer Schatz für die Organisation.

Wie werden Initiativen von unten ausgelöst?

 

 

Genau so war es vor einigen Monaten, als einer der SAP-Berater zum Employer Branding-Team kam und vorschlug, die Hicron-Fußballmannschaft solle an einem Wohltätigkeitsspiel teilnehmen, die Einnahmen aus welchem dann für die ärztliche Behandlung der kleinen Anna, die an einem Gehirntumor und Komplikationen infolge einer neurochirurgischen Operation litt, gespendet wurden.

Wie wurde diese Mitarbeiterinitiative ausgelöst?

Annas Geschichte kenne ich schon lange und ich drücke ihr ganz fest die Daumen“, sagt Sebastian Wawrzyniak, SAP-Berater bei Hicron, „ich habe einige Zeit mit ihrem Papa in derselben Firma gearbeitet. Von dem Turnier habe ich über Facebook erfahren. Seit einigen Jahren spielen wir mit den Arbeitskollegen zum Spaß Fußball, da kam mir sofort die Idee. Da sich Hicron für diverse wohltätige Aktionen engagiert, war es naheliegend, in unseren orangen Farben beim Turnier mitzumachen.
Sebastian Wawrzyniak
SAP-Berater bei Hicron

Am Beispiel dieser Geschichte wird klar, dass zwei Dinge die Schlüsselfaktoren waren: die guten Absichten einer engagierten Person und die Tatsache, dass die Hilfe mit Unterhaltung verbunden und das Ziel nicht der Sieg an sich war.

Wenn ein Mitarbeiter eine Initiative startet, ist des dann schwer, die Mittel zu finden, oder die Firma zur Teilnahme zu überreden?

Das grüne Licht seitens der Firma war nur eine Formalität. Hicron engagiert sich schon seit langem für verschiedene Arten von wohltätigen und sportlichen Aktionen. Das Problem war der Termin. An demselben Tag sollte die Firma ein Team für das Survival-Rennen Formoza Challenge stellen, zu dem auch einige unserer Fußballer gehörten. Die Veranstaltung wurde genau eine Woche vorher abgesagt, so dass wir mit einer stärkeren Mannschaft spielen konnten
Sebastian Wawrzyniak
SAP-Berater bei Hicron

Es zeigt sich also, dass die Mitarbeiter wissen, dass sie auf die Unterstützung ihrer Firma in solchen Aktionen zählen können, da Hicron mehrfach bewiesen hat, dass sie sich nicht fürchtet, an Wohltätigkeitsaktionen teilzunehmen.

Mehrwerte?

In den letzten anderthalb Jahren ist uns bewusst geworden, dass das Hicron-Team in sozialer Hinsicht sensibel ist. Durch die Teilnahme an Ereignissen, wie:

– die Hicronada – eine wohltätige Olympiade für Hicron-Mitarbeiter zur Unterstützung dreier Organisationen, des Breslauer Kinderhospizes, der Posener Stiftung „Głosem Zwierząt“ („Stimme der Tiere“) und einer Stiftung für die Förderung der Sportkultur,

– eine Plüschtier-Sammelaktion für den Breslauer Notdienst,

– die Unterstützung von vier Familien im Rahmen der Hilfspakete-Aktion „Szlachetna Paczka“ (2016 und 2017),

– eine Bücherversteigerung im Rahmen des ABSL-Verbands, deren Gewinne dem Breslauer Kinderhospiz gespendet wurden,

– eine firmeninterne Sammelaktion für Windeln und Pflegeprodukte für die Kinder des Pommerschen Kinderhospizes,

– das Pflanzen von Bäumen in Breslau im Rahmen der Umweltschutzorganisation „Dotlenieni.org“,

– oder auch nur das Fußballspiel für die kleine Anna, haben die Hicron-Mitarbeiter ihr großes Herz bewiesen. Es hat sich aber auch herausgestellt, dass die Teilnahme an all diesen Aktionen für die Firma selbst messbare Vorteile im Hinblick auf die soziale Verantwortung des Unternehmens bringt, denn es hat sich erwiesen, dass Aktionen dieser Art auch für die Mitarbeiter selbst einen positiven Wert haben.

„Jede Aktion dieser Art trägt dazu bei, dass wir uns integrieren und weit von unseren Monitoren entspannen, aber vor allem können wir auf diese Art Bedürftige unterstützen. Sport ist Gesundheit – hier hatten wir Gelegenheit, für unsere und Annas Gesundheit gleichzeitig etwas zu tun. Unsere großen, orangen Herzen brennen geradezu auf solche Initiativen“, kommentiert Sebastian Wawrzyniak.

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Hanna Bielerzewska
PR Specialist, Hicron

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