Business Intelligence: worum geht´s?

Business Intelligence: worum geht´s?
veröffentlicht
23 November 2016
Obwohl Business Intelligence als die sprichwörtliche Raketenwissenschaft erscheinen mag, stellt sich jedoch in der Praxis heraus, dass sie deutlich häufiger angewendet wird als man hätte glauben können. Universitäten, Sportligen und Großunternehmen: wie arbeiten sie mit BI und wie nutzen sie das Potenzial der gesammelten Daten? Hier einige interessante Beispiele.

Wie man Kriminalität mit IT-Lösungen verringern kann

Laut Gartner war der globale Markt analytischer Lösungen im Jahr 2013 14,368 Milliarden Dollar wert und ist seit 2012 um 8 % gewachsen. Die Größe der Business Intelligence-Plattformen wuchs in demselben Zeitraum um fast 60 % auf den Wert von 8,5 Milliarden USD. 21 % des Weltmarkts sind in den Händen von SAP.

Das Thema der Daten ist seit einigen Jahren absolut aktuell und wird viel diskutiert. Auf der einen Seite haben wir uns, die Internetnutzer, die – in das Thema und die Grundsätze der Informationsbeschaffung häufig uneingeweiht – beim bloßen Gedanken an eine solche Möglichkeit bereits zittern. Auf der anderen Seite haben wir die Geschäftswelt, die sich auf den Kopf stellt, um den Bedürfnissen der Verbraucher nicht nur zu entsprechen, sondern ihnen voraus zu sein und sie zu generieren.

Wir gestehen unsere Gewohnheiten und Einkaufsvorlieben nur ungern ein, es lässt sich jedoch nicht leugnen, dass wir immer mehr Daten produzieren, welche – vernünftig analysiert – zur Verbesserung der Lebensqualität und der Dienstleistungen beitragen und somit viele Erleichterungen bringen können. Nehmen wir ein beliebiges Beispiel: Ampeln mit Verkehrssensoren ersparen Fahrern die verhasste Situation, wenn sie an einer völlig leeren Kreuzung auf das grüne Licht warten. Praktisch, nicht wahr?

BI: was ist das eigentlich?

Business Intelligence sollte auf zweierlei Weise definiert werden: als Geschäftsphilosophie und als Toolkit für deren Umsetzung. Wenn wir uns nur auf die Einführung eines IT-Systems beschränken, werden die daraus entstehenden Vorteile nicht groß, die Enttäuschung und Kosten jedoch enorm sein. Das Ziel von Business Intelligence besteht in der Verarbeitung und Vereinheitlichung im Rahmen der Unternehmenstätigkeit gesammelter Daten, gefolgt von der Generierung fortschrittlicher Analysen, auf deren Basis ein Unternehmen z.B. den Produktionsprozess, den Expansionskurs oder das Produktangebot ändern kann.

Ein wesentliches Element dieses Puzzlespiels ist das sog. Data Warehouse, in dem die Informationen erfasst und gelagert, sowie standardisiert, also im Format an die BI-Lösungen angepasst werden, so dass die Informationen kohärent sind und analysiert werden können. Dies ist zwar ein vereinfachtes Modell, es gibt aber das Konzept dieser Lösung gut wieder.

Was bringt die Anwendung von Business Intelligence im Geschäft? Das Paket an Vorteilen ist recht groß: die Analysen bieten eine solide Entscheidungsbasis, vereinfachen dadurch gleichzeitig den Entscheidungsprozess und reduzieren die Anzahl der daran beteiligten Personen. Die Möglichkeit der Prognostizierung bestimmter Faktoren ist ein Rezept für die sich schnell ändernden Markttrends, die so teilweise „vorhergesehen“ und bestimmt schnell eingeplant werden können.

BI ist gar nicht so schlecht, also wer hat sie schon?

Die Stadt Boston: die mit starren Behördenapparaten assoziierte Metropole beginnt, smarter zu werden. Boston hat sich zum Ziel gesetzt, die Effizienz der Leistungen für Einwohner und Firmen zu steigern. Neben standardmäßigen Verwaltungssystemen wurde auch SAP BI eingeführt, das die Stadt bei der Datenerfassung, der Verfolgung von 2000 Effizienzindikatoren und der Erstellung von Prognosen anhand dieser Indikatoren, sowie bei proaktiven Maßnahmen und der Verbesserung der Lebensqualität in der Stadt hilft. Ein Element der Strategie ist die Einführung der mobilen Anwendung Citizen Insight, die den Einwohnern über Tablets und Smartphones die wichtigsten Informationen liefert.

Dank der Nutzung der SAP HANA-Plattform (die die Echtzeit-Datenanalyse beachtlich beschleunigt) konnte die Kriminalität in der Stadt um 55 Prozent gesenkt werden und die Stadt konnte die Anzahl verspäteter formaler Bescheide von 600 auf knapp 10 reduzieren.

University of Kentucky: die amerikanische Hochschule hat einen technologischen Schritt zur Verbesserung der Vorratsdatenspeicherung für ihre 28.000 Studenten gemacht. Gestützt auf die fortschrittlichen analytischen Werkzeuge der Firma SAP konnten die Ausbildungsbedingungen und die Nutzung der Ressourcen der Universität verbessert werden. Die Effizienz des IT-Systems wurde gesteigert, so dass nun Verfahren, die bisher 20 Minuten dauerten … in 1 Sekunde erledigt werden können!

Nach 9 Monaten hatte sich die Investition amortisiert, die Datenbanken wurden um 77 Prozent komprimiert, und die Universität erzielte über 6 Millionen Dollar Gewinn. Die Universität ist in der Lage, Studenten, die zusätzliche Unterstützung benötigen, zu unterstützen, und das … nur anhand von Daten.

National Football League (NFL): 150 Jahre Geschichte, 32 professionelle Mannschaften. Die Profiliga im American Football ist geradezu eine Kultinstitution, die sich in ihrer Entwicklung auf Daten gestützt hat, um die Zuschauerbindung zu stärken und auch im Interesse der eigenen Verwaltungsteams.

Ein Element dieser Strategie ist der Fantasy Football, eine virtuelle Liga, die – nach der Hinzufügung von Statistiken basierend auf über 100 Kennzahlen für jeden Spieler – zu einer entschieden spannenderen Unterhaltung mit zunehmender Fanbindung wurde (die Anzahl der Spieler wuchs von Jahr zu Jahr von 27 auf 33 Millionen).

National Basketball Association (NBA): Das Ziel der weltweit berühmtesten Basketball-Liga war, allen Interessierten (Fans, Medien, Mannschaften) möglichst präzise Spielstatistiken für die letzten 65 Jahre zu liefern! Für diese riesige Datenmenge waren Werkzeuge erforderlich, die diese Daten erfassen und blitzartig Zehntausende von Abfragen gleichzeitig analysieren konnten.

Die Website NBA.com/Stats bedient gegenwärtig 4,5 Billiarden statistische Kombinationen: die gesamte Geschichte der NBA. Die Qualität der Daten steigerte die Anzahl der Webseitenbesuche innerhalb einer Saison um 66%, die Website funktioniert in 215 Ländern und in 47 Sprachen.

Dies sind nur einige wenige, nur eine knappe Handvoll Beispiele für die Funktionsweise von BI-Lösungen, die uns still und heimlich, wie graue Eminenzen, die Arbeit erleichtern. Business Intelligence ist ein faszinierender Bereich und die führenden Hersteller solcher Lösungen (SAP, Oracle, IBM) haben noch nicht das letzte Wort gesprochen.

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